Vom Flügelschlag eines Schmetterlings und dessen Auswirkungen

14 Abiturientinnen und Abiturienten der Montessori-FOS feiern ihr Fachabitur / Dank an die vielen Unterstützer

14 Abiturientinnen und Abiturienten der Montessori-Fachoberschule Passau haben im Schulhof der Montessorischule ihr Fachabitur gefeiert. Schulleiterin Beate Jaursch nahm sie und ihre Stärken, aber auch den „Schmetterlingseffekt“ in den Fokus, das Unvorhersehbare dessen, wie sich kleine Änderungen der Anfangsbedingungen langfristig auf die Entwicklung des Systems auswirken.  

Schulleiterin Beate Jaursch beglückwünschte die jungen Leute zu ihrem Fachabitur und würdigte sie in ihrer Ansprache, die sie unter das Thema „Der Schmetterlingseffekt oder der Versuch, eine Abirede ohne das Wort Corona zu halten“ gestellt hatte. Sie könnten stolz auf das sein, was sie leisteten und schafften in diesen „verdrehten Zeiten“. Es sei an ihnen gelegen, zu lernen, die Motivation zu behalten, den Mut nicht zu verlieren und die Prüfungsphase durchzustehen. Sie seien jedoch das ganze Jahr über sehr zielstrebig gewesen, hielten Referate im Distandzunterricht, analysierten Kunstwerke. Sie verstanden es, diese Zeit der vielen Vorschriften und Einschränkungen anzunehmen, kritisch zu hinterfragten und ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Neben aller Ernsthaftigkeit und Zielstrebigkeit hielten sie sich bei guter Laune und organisierten eine Motto-Woche, deren Höhepunkt der „Karl-Martin-Day“ nach dem deutschen Künstler Karl Martin war.

Die Absolventen zeigten zudem, dass sie nicht jeden „Schmetterlingseffekt“ mitmachten und auf sich sitzen ließen, sagte Jaursch. Dies beweise ihr Umgang mit der für Gestalterinnen und Gestalter wichtigen Ausstellung. Obwohl es im ersten Lockdown nicht möglich, ihre Arbeiten zu präsentieren, hielten sie an der Schul-Schau fest. Der Titel „Euphorie“ verrate viel von ihrer Willensstärke und ihrem Ehrgeiz. Als sich ein zweiter Lockdown und weitere Schulschließungen andeuteten, ließen sie nicht locker und bauten die Ausstellung auf, so dass zunächst Vorstand und Heimatzeitung sowie jetzt auch Familien, Freunde und Elftklässler die überzeugenden Arbeiten sehen konnten und die wichtige Tradition aufrechterhalten blieb. Was die Absolventen leisteten, sei beeindruckend. Auf die Prüfungen bezogen, könne dies bedeuten, dass auch zunächst unverständliche, fiese „Schmetterlingseffekte“ neue Wege öffnen.

Jaursch riet den Scheidenden, sich auch nach dem motessorianischen Schulleben an ihre Fähigkeiten, ihren Humor und Mut zu erinnern. „Ihr habt Kraft, Intelligenz, Leidenschaft und Empathie“, lobte die Schulchefin. Sie sollten sich einsetzen, wo es Sinn macht, aktiv werden, wo es ihnen wichtig ist, um ihre Ziele kämpfen und an ihren Träumen festhalten.  

Die Schulleiterin zollte auch den Eltern Werschätzung, die der Schule trotz unzähliger „Schmetterlingseffekte“ in Form von Lockdown, Schulschließung, Distanz- und Wechselunterricht, abgebrochenem Praktikum und dauerhaften Ungewissheiten weiter Vertrauen schenkten. Sie seien den jungen Menschen und der Schule eine großartige Unterstützung gewesen.

Jaursch hob die ehrenamtliche Arbeit des Aufsichtsrats hervor, den Alexandra Graf als Mutter und Aufsichtsrätin vertrat, der sich „schmetterlingseffektartig“ positiv auf die Schule auswirke. Se betonte das Engagement von Motessori-Schulleiterin und Vorstand Lisa Sterner sowie weiterer Unterstützerinnen und Unterstützern. Sie dankte dem Kollegium, das sich mit einem besonderen „Schmetterlingseffekt“ auseinanderzusetzen hatte, womit sie nicht den Distanz- oder Präsenzunterricht meinte sondern die neue Prüfschule, die Passauer FOS. Es habe mit größtem Einsatz, Motivation und Umsicht dessen Auswirkungen in einen großen Erfolg umgewandelt. Sie begrüßte stellvertretenden Schulleiter Dr. Karl-Martin Glas und verabschiedete Vorgängerin Anna Gniffke-Dura in die Elternzeit, freute sich über die Teilnahme der elften Klasse, für die es schweres Jahr gewesen sei. „Alles ist ausgefallen, was ein Ankommen in der FOS und ein Zusammenwachsen erleichtert hätte“, bedauerte Jaursch. Dass die Schule so vielen zu danken hat, zeige, dass sie ein System ist, indem viele unersetzliche Menschen kooperieren und es beständige Ausgangsbedingungen gibt, „dass uns auch richtig fiese Schmetterlingseffekte nicht aus der Bahn werfen können“.

„Nur durch das große Gemeinsame war es möglich, euch feiern zu dürfen“, sagte Aufsichtsrätin Alexandra Graf den Absolventen. Zwischen Rückschau und Zufunkt fehle das Hier und Jetzt. Sie lud ein, in die Stille zu gehen, um den Augenblick wahrzunehmen. „Hilf mir, es selbst zu tun. Aus Selbsttätigen werden Selbstverantwortliche“, zitierte sie nach einer Stille Maria Montessori. Sie riet den Abiturienten, ihren Weg zu gehen, dem Herzen zu folgen, mutig zu sein und auf die eigenen Stärken zu vertrauen, die kleinen Dinge zu genießen, , das zu tun, was glücklich macht. Sie seien einzigartig.

Die Absolventinnen Jana Sterner und Elena Gottwald zollten im Dialog all jenen Dank, die ihnen zur Seite standen, Eltern und Geschwistern sowie den geschätzten Lehrkräften. Diese seien immer für sie da gewesen. Sie wandten sich auch an die Noch-Mitschüler, mit denen sie viele Erfahrungen teilten und ließen sich gemeinsam mit diesen von der elften Klasse überraschten.

Bild und Text: Theresia Wildfeuer, PNP