TERMINE

 

Montag, 30. September 2019

19:00 Uhr Elternabend 11. Klasse

 

Dienstag, 1. Oktober 2019

19:00 Uhr Elternabend 12. Klasse

Vernissage 2019: Semicolon

Absolventen der Montessori-FOS zeigen beeindruckende Arbeiten auf der Vernissage "Semicolon"

Absolventen der Montessori-FOS zeigen beeindruckende Arbeiten

 

Eine rosarote Mülltonne und Stricke, die in dieser landen und ein „Rucksack-Gedicht, Bodypainting, Malerei, Zeichnung, Radierung, Lynoldruck, Filmanimation, Fotografie, Schmiedekunst - Die diesjährige Ausstellung der Absolventen der Montessori-Fachoberschule, die unter dem Titel „Semicolon“ in den Schulräumen zu sehen ist, beeindruckt durch ihre Vielfalt. Die 15 jungen Künstler näherten sich dem ungewöhnlichen Thema auf ganz unterschiedliche, sehr individuelle und durchaus selbstbewusste Weise mit ganz verschiedenen Techniken und Materialien.

 

Mit einer Installation aus einer pinkfarbenen Mülltonne, in die Stricke fallen, als Symbol für das Weiterleben setzte Janine Killersreiter das Ausstellungsthema um. Sie sieht das Positive im Leben und bringt dies mit der Farbe Rosa oder Pink, ihr Markenzeichen, zum Ausdruck. Johanna Zirbs spielt in ihren Bildern mit Pausen, dem Unvollendeten. Sie überlässt es den Betrachtern, ihre Gedanken zu Ende zu denken. Theresa Hager arbeitete am lebendigen Objekt. Sie ließ Schülerin Alina Eisele als Indianermädchen oder Dämon auftreten. Während sich Indianer mit Ritualen eine Pause vom Alltag gönnten, mache Alina Eisele Pause von ihrem Leben, indem sie ein völlig anderer Mensch sei, erzählte sie. Leonardo Pfoser zeigt die Vielfalt seiner Kunst in Malerei, Zeichnung und Schmiedearbeiten. „The Nightmare“ nannte er eine Acrylmalerei, die ein Monster darstellt. Kristina Maier hielt Alltagssituationen, die mit Pausen zu tun haben, abstrakt mit dem Bleistift und Radierung fest.

 

Mit Wortspielen und Lyrik, zum Beispiel einem ausdruckstarken „Rucksack-Gedicht“ erfreute Nicole Wernthaler. Anina Hartl erzählt mit ihrer digitalen Arbeit, einer Filmanimation aus am Computer gezeichneten Bildern zur Musik von Matthias Hartl eine lustige Geschichte über eine Jungen-WG. Elisabeth Meier erfüllte sich mit dem Bild „ElisabethM“, das die  Schaufensterfront einer New Yorker Modeboutique präsentiert, schon mal auf diese Weise ihren Lebenstraum, in der US-Stadt eine Boutique mit eigenem Label zu eröffnen. Das Ende sei noch lange nicht in Sicht. Es gebe Pausen und die Wege änderten sich, aber das Ziel bleibe gleich, kommentierte sie. Regina Meier    

 

Das Semicolon sei ein kleines Satzzeichen und könne dennoch viele Bedeutungen tragen, fanden die Schülerinnen Theresa Hager und Sophia Bechstädt, die das Ausstellungsthema vor zahlreichen Vernissage-Gästen erläuterten, zu denen Bürgermeister Urban Mangold, die Schulleiterin der Maria-Ward-Realschule in Neuhaus am Inn, Astrid Schmid, die mit Kunstlehrerin .. Hausmann kam, die Vorstandsvertreterinnen Lisa Dombkowski und Rosmarie Hauzenberger sowie Aufsichtsrat Erhard Steinhaus zählten. Steht es nach einem Satz, deute es an, „dass es weitergehen soll“. Mit seiner charmanten Art lade es zu einer Gedankenpause zwischen den Worten ein. Es diene auch jenen als Zeichen, die sich nicht für einen Punkt oder ein Komma entscheiden können. Es habe den Schülern jedenfalls vo viel Inspiration und Antrieb gegeben, dass am Ende die Rahmen nicht reichten.

 

Ein weiterer Grund für die Namensfindung der Ausstellung sei das „Semicolon-Projekt“ gewesen, erzählten die Absolventinnen. Es helfe Suizidgefährdeten und gebe Betroffenen die Gelegenheit, über ihre Probleme zu sprechen. „Ein Semicolon wird genutzt, wenn ein Autor seinen Satz eigentlich beenden möchte, aber gewählt hat, es nicht zu tun. Der Autor bist du und der Satz ist dein Leben“, laute der Leitsatz der Organisation.

 

Dennoch sei die Themenfindung eine Herausforderung gewesen, schilderten die Künstlerinnen. Die Schüler fragten sich, mit welcher Technik und welchem Material sie den Titel umsetzen können. Auch während sie an ihren Exponaten arbeiteten, erlebten sie verschiedene Entwicklungen. Manchmal habe sich die Farbe „von Schwarz-Weiß zu bunt“ geändert. Manchmal sei aus einer Bleistiftzeichnung eine Radierung geworden. Einige beschäftigten sich mit Drucktechniken, andere mit Malerei auf Leinwände oder sogar Kassenbons. Auch die Formate und Themen seien unterschiedlich und reichten von Manga und Theater bis Bodysize. „Wir haben gemalt, gezeichnet, geschnitten, Ideen verworfen und nebenbei eine besondere Vorliebe für Kunstgeschichte entwickelt“, erzählten die Gestalterinnen. In den zwei Jahren fanden die Schüler ihren eigenen faszinierenden Stil. Vernissage und Ausstellung seien für sie selbstverständlich gewesen und mittlerweile ein wichtiger der Bestandteil der Montessori-FOS. Sie seien stolz darauf, diesmal dabei zu sein, sagten Sophia Bechstädt und Theresa Hager. Sie betonten die Unterstützung von Freunden,  Verwandten und Models.      

 

Die Gruppe habe im Gegensatz zu Schülern der Vorjahre sehr früh mit der Vorbereitung begonnen und sehr konstant, umfangreich und zielorientiert gearbeitet, lobte Schulleiterin Beate Jaursch die jungen Ausstellerinnen und Aussteller. Jede und jeder für sich habe sich individuell weiterentwickelt. Sie zeigten Filmanimation, Radierungen, Lynoldruck, Bleistiftzeichnungen, Fotografien, Bobypainting und Live-Aktionen am lebenden Objekt. Jaursch freute sich über die gute Zusammenarbeit mit der Maria-Ward-Realschule in Neuhaus und betonte die fundierten Voraussetzungen, die die Schülerinnen dieser Schule im Bereich der Kunsterziehung und Kunstgeschichte mitbringen.

 

Es handle sich um ein sehr spannendes Ausstellungsthema, sagte Bürgermeister Urban Mangold. Er zeigte sich von den Arbeiten der Schüler höchst beeindruckt. Er verfolge seit vielen Jahren die Ausstellungen der Montessori-FOS, sagte Mangold. Auch Aufsichtsrat Erhard Steinhaus ließ sich von den Exponaten begeistern. Er ging ebenfalls auf das Thema ein, hinter dem nicht nur ein Satzzeichen stehe, sondern auch ein Projekt für Suizidgefährdete, das die Schüler mit ihren Werken bestätigten. 

 

Die Ausstellung ist in den Räumen der Montessori-FOS Passau in der Spitalhofstraße 37 von 29. April bis 10. Mai Montag bis Freitag (außer feiertags) von 15.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.             

 

Theresia Wildfeuer