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1. Schultag 

Dienstag 10. September 2019

8:15 Uhr

Abitur 2019

„Um euch muss man sich keine Sorgen machen“

17 Absolventen der Montessori-FOS feiern ihren Schulabschluss

 

Allen Grund zur Freude haben die 17 Absolventeninnen und Absolventen der Montessori-FOS Passau. Mit Musik und Tanz, Sketch und jede Menge guter Laune feierten sie im „Waldschloss“ auf Maria Hilf ihr Fachabitur.

 

Unter dem Titel „um Euch braucht man sich keine Sorgen machen“ beglückwünschte Schulleiterin Beate Jaursch die Fachabiturienten zu ihrem Abschluss. Auch die Montessori-FOS, die das Dutzend an Abi-Feiern nun voll habe, brauche sich keine Sorgen machen, „weil es ein kompetentes und verantwortungsvolles Umfeld aus ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern gibt, die mit Herzblut Großartiges leisten, damit wir noch weiter dutzende Abi-Feiern feiern können“, sagte Jaursch. Sie würdigte das Engagement all jener, die dazu beitragen, wie der ehrenamtliche Aufsichtsrat mit Erhard Steinhaus als Sprecher, der hauptamtliche Vorstand um Rosmarie Hauzenberger und Lisa Sterner, Leiterin der Montessori-Schule, sowie der Eltern. Sie betonte ihr Vertrauen in die Schule und ihren Beitrag dazu, dass ihre Kinder zu selbständigen, verantwortungsbewussten und lebenstüchtigen Menschen heranreifen. Sie erinnerte an die Prüfungstage in Straubing und das hervorragende Abschneiden der Absolventen, die Unterstützung, Kompetenz und Leistungen des Kollegiums das ganze Jahr über.

 

Um die diesjährigen Absolventen brauche man sich keine Sorgen machen, weil sie das Schuljahr über sehr diszipliniert lernten. Sie seien ein „guter Jahrgang“, meisterten die neuen erschwerten Bedingungen mit Bravour. Sie seien der erste Jahrgang, der nach dem kompetenzorientierten Lehrplan mit neuen Unterrichtsfächern lernte und geänderten Prüfungsmodalitäten. Sie stellten sich diesen ruhig, konzentriert und kompetent. Um die Scheidenden müsse man sich auch deshalb keine Sorgen machen, weil sie nicht nur erfreulich konstante schulische Arbeitshaltung, Ruhe, Freundlichkeit und Ernsthaftigkeit zeigten, sondern weil sie sich auch als klar denkende Menschen erwiesen, die ihre eigenen Werte und Vorstellungen haben und diese enthusiastisch, aber auch sachlich vertreten. Die Klasse habe die konstruktive, zielgerichtete Diskussion ausgezeichnet, etwa um die „Friday-for-Future“-Aktivitäten und die Bereitschaft, sich für eigene Ziele einzusetzen, dabei sachlich und überzeugend zu argumentieren. Sie habe Gegenargumente akzeptiert und es sei ihr stets um gegenseitiges Verständnis gegangen. Sie könne aber auch handeln. Diese zeige die diesjährige Abi-Feier, auf der es erstmals Abi-Zeitung, selbst gestaltete T-Shirts, Schüler-Sketch, Musik und Tanz gibt.

Dass sich auch die Gefeierten um die Zeit nach dem Abi keine Sorgen machen müssen, zeigte Jaursch am Werdegang einer ehemaligen Schülerin auf. Diese habe nach dem Fach-Abi 2011 im Gestaltungszweig der Montessori-FOS und der Absolventen-Ausstellung im Kulturmodell - die sie mit Pegasus-Figuren, geflügelten Pferden und „Pegapigs“, geflügelten Meerschweinchen, bereicherte - eine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte, erwarb die Hochschulreife an der BOS 13 in  Wirtschaft und begann ein Studium zum Bachelor of Education in Englisch und Kunst, um nach einer Baby-Pause sich an die fliegenden Pega-Schweinchen zu erinnern. Seither modelliere sie diese und lasse sie über Social-Media-Plattformen als Skulpturen um die Welt fliegen. Sie riet den jungen Leuten, in ihre Fähigkeiten zu vertrauen, hilfsbereit, friedfertig und verantwortungsvoll zu bleiben sowie mutig ihre Schritte zu gehen.

 

Auch Aufsichtsrat Erhard Steinhaus beglückwünschte den „fantastischen Jahrgang“. Der Erfolg falle nicht vom Himmel. Die Absolventen seien fleißig gewesen. Er hob die Begleitung der Eltern und Lehrer hervor, denen es gelang, sie zu den guten Ergebnissen zu motivieren. Nun stünden den jungen Leuten viele Wege offen. Die Montessori-Schule habe ihnen das Rüstzeug vermittelt. Sie lernten selbständig und selbstbewusst zu arbeiten und zielgenaue Entscheidungen zu treffen.

 

Elternvertreter Wolfgang Bechstädt erinnerte an die Anfänge der Montessori-FOS, die ermögliche, Montessori-Pädagogik von der ersten Klasse bis zum Abitur ohne Noten zu vermitteln. Beate Jaursch habe die FOS aufgebaut, nachdem die Mitgliederversammlung im Mai 2006 die Gründung beschlossen hatte. Die Schule gebe es nun seit 13 Jahren. Heuer werde der zwölfte Abi-Jahrgang verabschiedet. Die Zeit sei nicht immer einfach gewesen. Die Stolpersteine des Kultusministeriums habe Jaursch mit Bravour, Geschick, Hartnäckigkeit und Kompetenz überstanden. Auch er lobte die Abiturienten. „Die Welt steht euch offen. Macht etwas daraus“, sagte er ihnen. Auch er würdigte Lehrer und Eltern.

 

Jaursch ehrte die Lehrer Dr. Christoph Haas und Bernd Sluka, die sich seit zehn Jahren an der Montessori-FOS engagieren. Die Elftklässler überreichten den Absolventen kleine Doktorhüte mit Geschenken.

 

Die Noch-Schülerinnen Sophia Bechstädt und Sequoia Kroll erinnerten an die Schulzeit. Der Weg zum Abi verbinde. Man sei zusammen durch dick und dünn gegangen, habe gemeinsam gefeiert und geweint. Jaursch habe sie immer wieder an die Hand genommen, wenn sie orientierungslos waren. Sie erzählten über die „Spezies Lehrer“ der Montessori-Schule und dankten ihnen dafür, den chaotischen, aber liebenswürdigen Haufen nach dem Montessori-Motto „hilf mir, es selbst zu tun“ bis zum Abi gebracht zu haben, die eine Lernumgebung schufen, in der sie ohne Druck sich entfalten konnten. Sie hoben auch die Unterstützung der Eltern hervor. 

 

Die Feier zeige, dass die Lehrer alles richtig machten, sagte Lehrerin Yvonne Kirschner. Sie erinnerte an so manches Erlebnis an der Schule. Nun müsse sie die Absolventen gehen lassen, die ihr an das Herz wuchsen. Sie dankte dafür, dass sie beim Fundamentbau nach Maria Montessori habe helfen dürfen. „Ich kann versuchen, dir Brücken zu bauen. Darüber gehen musst du selbst“, zitierte sie.                      

 

Text und Bild von Theresia Wildfeuer