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Aufnahmeprüfung Gestaltung Mittwoch,

13. März 2019 

Vernissage im Kuluturmodell

 

Sichtbares und Verborgenes

 

Absolventen der Montessori-FOS zeigen beeindruckende Arbeiten im Kulturmodell / Vernissage begeistert 200 Besucher

 

Zwei Seiten einer Person, verschwiegene Gewalt, strahlende und verhüllte Gesichter, der Blick durch das Netz einer Burka  – Unter dem Titel „Hinter den Kulissen“ zeigen die Absolventen der Montessori-FOS faszinierende Arbeiten im Kulturmodell. Die Ausstellung, die bis 26. April zu sehen ist, beeindruckt durch ihre Vielfalt und die Kreativität, mit der die Schüler sich mit dem Thema auseinander setzten. 

 

„Das wahre Gesicht“ nennt Ina Badtenschlager eines ihrer Bilder. Sie thematisiert die beiden Seiten einer Person. Ida Thieringer zeigt Vertrautheit und Verborgenes, die „andere, kältere Seite“ eines Menschen. Szofi Balogh stellt Gesichter mit einer stahlenden und einer von Schatten durchzogenen Hälfte nebeneinander. Andere Arbeiten thematisieren Dinge, die man mit bloßem Auge nicht sieht, die im Verborgenen geschehen. „Verschwiegene Gewalt“ prangert Leonie Hartwimmer an.

 

„Wie objektiv bist du?“, fragt Felicitas Werner mit ihren durchaus „politisch“ gemeinten Bildern über den „Blick durch das Netz einer Burka“, die damit vor allem die Haltung der Betrachter anspricht. „Man muss nicht unbedingt erschrecken“, auch wenn es von manchen so dargestellt werde, findet sie. Philip Clarke zeigt mit einem Triptychon den Kreislauf des Lebens. Er gibt den Blick in den Bauch einer Schwangeren, auf das Pilzgeflecht unter der Oberfläche und in das Innere einer Katze, die bloßen Knochen frei und beschreibt damit das Leben „vom Beginn bis zur Blüte und dem Tod“. Eine poppig bemalte Gitarre steht für Philip Anyengo für die Musik, die er gerne hört, deren Töne für ihn „Blumen und Farben“ sind.   

 

Weitere Arbeiten symbolisieren den Selbstfindungsprozess der Schüler, thematisieren ihre Gefühle und was ihnen wichtig ist, Natur und liebe Menschen. Mit vielfältigen Techniken, mit Fotografie und Malerei, Radierung und Zeichnung, Plastik und Mischtechnik verliehen sie ihren Gedanken und Emotionen Ausdruck.

 

Ein Einhorn aus einer Frau oder eine Maus aus einer Banane – jeder hatte eine andere Idee, erzählten die Schülerinnen Leonie Hartwimmer, Anna Wagmann und Felicitas Werner vor rund 200 Vernissage-Gästen. Zusätzlich zum Abi-Stress gestalteten sie Plakate, organisierten Getränke. Sie betonten die Unterstützung von Schulleiterin Beate Jaursch, für die es nicht immer einfach gewesen sei, sich in die Ideen der Schüler hineinzuversetzen. Sie habe sie dennoch ermutigt.  

 

Schulchefin Jaursch freute sich, nach dem Hochwasser von 2013 mit der neunten Ausstellung der Montessori-FOS wieder  im Kulturmodell zu Gast sein zu können. Sie stellte mit Ina Badtenschlager, Leonie Hartwimmer, Felicitas Werner, AnnaWagmann, Pauline Schmid, Ida Thieringer, Lisa Bildner, Karin Schätzl, Ronja Engler, Carmen Förg, Szofi Balogh, Philip Clarke und Philip Anyengo die jungen Künstler vor. Sie beschäftigten sich frühzeitig mit dem Thema und arbeiteten ernsthaft, intensiv, motiviert, tiefgründig und zielstrebig daran. Sie beglückwünschte zu der „hervorragenden Ausstellung“. Es sei die beste Vorbereitung auf die Prüfung. Die Schüler wählten das Thema selbst, gestalteten Flyer und Plakate und kümmerten sich um die Räumlichkeiten. 

 

Die Schüler präsentierten sich mit verschiedenen Techniken, mit Zeichnungen, Malerei, Fotografien oder Plastiken, die sich dem Thema „hinter den Kulissen“ widmen, lobte Bürgermeister Urban Mangold. Hinter den Mauern der Stadt, der Bräugasse und des Kulturmodells gebe es viel Geheimnis- und Kunstvolles zu entdecken und zu bestaunen. Die Frage nach jenen, die hinter den Kulissen die Strippen ziehen, beschäftige viele. Es gehe nicht nur um Internetblogger. Das Thema betreffe auch das Zwischenmenschliche, die Frage nach den Menschen hinter dem ersten Blick, hinter der selbst aufgesetzten Fassade. Es enthalte auch einen philosophischen Aspekt, frage nach der Wirklichkeit hinter der Kulusse des Materiellen.

 

Bild und Text von Theresia Wildfeuer

 

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