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Aufnahmeprüfung Gestaltung Mittwoch,

13. März 2019 

Ein einzigartiger Abiturjahrgang

Abschluss an der Montessori-FOS: Schulleiterin Beate Jaursch (rechts) beglückwünschte die Abiturienten der Montessori-FOS Sabine Pongratz (von links), Henry Meier, Laura Ekl, Bastian Karl, Jannyk Romano-Brandt und Afra Eichinger zum Fachabitur. Foto: Wildfeuer

 

Ihren letzten Schultag haben die sechs Abiturienten der Montessori-FOS im Restaurant „Venti tre“ fröhlich gefeiert. Die bayerische Pionierschule beging zugleich ein kleines Jubiläum. Sie verabschiedete ihren fünften Abiturjahrgang.

 

Schulleiterin Beate Jaursch beglückwünschte die sechs stolzen Absolventen vor Eltern, Freunden, Lehrern, Geschäftsführerin Maria Drozella und Vorstandsmitgliedern zum Fachabitur. Sie würdigte das Vertrauen von Eltern und Vorstand, die Kompetenzen und den Einsatz von Geschäftsführung und Lehrern, vor allem von Lehrerin Hélène Colle. Diese gab das dicke Lob zurück.

 

Die Montessori-FOS gehe in das siebte Jahr, sagte Beate Jaursch. Die Schule wachse und bekomme im nächsten Jahr erstmals eine zweite Klasse. Die Gestalter stellten ein Mal jährlich sehr erfolgreich im Kulturmodell aus. Die Zusammenarbeit mit den Prüfschulen sei von Respekt und gegenseitiger Akzeptanz geprägt und auch der Ministerialbeauftragte habe bescheinigt, dass die Montessori-FOS-Schüler eine sehr gute praktische Ausbildung absolvieren. Die äußerlichen Rahmenbedingungen festigten sich.

 

Doch die Einzigartigkeit der Abiturienten mache jeden neuen Abschlussjahrgang spannend und unverwechselbar, betonte Jaursch. Die diesjährigen Abiturienten zeichneten sich durch ganz besondere Eigenschaften aus. Sie seien auf den ersten Blick eine stille, sehr gelassene Gruppe gewesen. Diese Ruhe habe sie manchmal aus dem Konzept gebracht, räumte Jaursch ein. Die jungen Leute suchten weder Austausch noch Widerstand. Sie machten vieles mit sich selbst aus, fanden individuelle Lösungen.

 

Ihre große innere Ruhe und die Kraft, welche die Abschlussschüler daraus schöpften, seien schon in der elften Klasse spürbar gewesen, erzählte Jaursch. Still und ruhig habe man dann auch in der zwölften Klasse Herausforderungen angenommen, zum Beispiel am Freitagnachmittag für das Mathematikabitur zu pauken. Mit Ruhe und Besonnenheit schafften es die jungen Leute auch, drei mündliche Prüfungen an einem Tag mit Erfolg zu bestehen und als glückliche Abiturienten von Prüfschule in Weiden in der Oberpfalz zurückzukehren.

 

„Eure innere Ruhe und Gelassenheit habe ich gelernt, als eure ganz besondere Fähigkeit zu verstehen“, sagte Jaursch den Absolventen. Kritik und Unverständnis trugen sie sachlich und fair vor. Sie verschafften sich damit Respekt und die Bereitschaft zu einer Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Die Schulleiterin betonte zugleich die guten Umgangsformen, die Höflichkeit und Freundlichkeit der jungen Leute. Diese beeindruckten auch die Kollegen in Weiden, denn sie demonstrierten Offenheit und Selbstbewusstsein.

 

Doch noch mehr Respekt zollte Jaursch den Abiturienten für ihre Fähigkeit und den Mut, sich ihren Ängsten zu stellen, diese zu thematisieren, um Gespräche und Rat zu bitten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Diese Sensibilität zeigten sie auch gegenüber den Gefühlen der anderen. „Ich habe selten eine Gruppe gesehen, die sich gegenseitig mit so viel Toleranz begegnet ist“, lobte die Schulchefin. Sie betonte die soziale Reife und Empathie der Absolventen, das Verständnis, das sie ihren Mitschülern gegenüber zeigten. Sie zeichneten sich mit ihrer großen Ruhe, ehrlichen Höflichkeit und dem großen Einfühlungsvermögen als ganz besondere Mitmenschen aus.

 

Das erste, das ihr an der Montessori-FOS auffiel, sei, dass es hier zuerst um die Menschen, um die Schüler geht und erst dann um die Leistung, sagte Schülersprecherin Laura Ekl. Beeindruckt habe sie zudem, wie begeistert die Lehrer von ihrem Fach seien. Es habe richtig Spaß bereitet, ihnen zuzuhören. Drittens sei ihr aufgefallen, wie motiviert die Vorgängerklasse im Vergleich zu ihnen gewesen ist. Sie räumte ein, dass der diesjährige Abiturjahrgang „sehr entspannt“ war. Dieser habe in der elften Klasse mit elf Schülern aus Montessori- und Realschule, Gymnasium und Arbeitsleben gestartet. Leider verließen während des Jahres einige die FOS. Laura Ekl beschrieb wie Jaursch die Faszination des Schulkickers, erinnerte an Prüfungen und Weiden-Fahrten. Sie hob die Unterstützung der Lehrer und Schulleitung hervor.

 

Hélène Colle ermunterte die Abiturienten, weiterhin gelassen zu bleiben. Mit Schülern der elften Klasse, die für die Absolventen Kleeblätter mit guten Wünschen gestaltet hatten, und Musiklehrer Norbert Entfellner trug sie „Hallelujah“ von Ma Muse vor. Deborah Meier beförderte den Abiturstress ins Jenseits, konnte diesem aber auch gute Seiten abgewinnen. So erfuhren die Abiturienten, welche Potentiale in ihnen stecken. Jaursch unterstrich den Einsatz der scheidenden Vorstandsmitglieder Elke Nirschl, Hans Fischer und Günter Baier, die den Aufbau der Montessori-FOS mitgestalteten sowie der Leiterin der Montessori-Grund- und Hauptschule Annemone Helmö.

Theresia Wildfeuer