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Aufnahmeprüfung Gestaltung Mittwoch,

13. März 2019 

Exkursion nach Prag

An einem kalten, sonnigen Novembermorgen stiegen wir, die 11. und 12. Klasse der Montessori Fachoberschule inklusive zweier Lehrkräfte, in den Bus nach Prag.

Nach 4-stündiger Fahrt kamen wir in der „goldenen Stadt“ an.

Für die nächsten 3 Tage wurde uns ein vielfältiges kulturelles Programm geboten und auch die Möglichkeit in den freien Stunden unseren Tagesablauf selber zu gestalten.

Der erste Programmpunkt war eine Führung durch die Prager Innenstadt, es folgten ein Ausflug zur Prager Burg mit anschließender Besichtigung der dort ausgestellten Kunst (für den Gestaltungszweig) und ein Ausflug in eine tschechische Waldorfschule(für den Sozialwesenszweig), außerdem ein Ausflug in das jüdische Viertel und zu verschiedenen Gebäuden kubistischer Architektur.


Im Prager Stadtteil 7 lag unser kleines A&O Hostel. Dort erwartete uns unsere zukünftige Reiseleiterin. Nachdem in recht langwierigen Diskussionen das Programm für die nächsten Tage ausgehandelt worden war, konnten wir alle unsere Zimmer beziehen.

Anschließend führte uns unsere Reiseleiterin, durch die Straßen von Prag zu einem traditionellen Wirtshaus mit einer gewagten Wandgestaltung im Comicstil. Zur Auswahl standen typisch tschechische Gerichte wie: Gulasch, gebackener Camembert oder Hühnchen, mit Serviettenknödeln.


Wohlgesättigt kamen wir danach in den Genuss einer Stadtführung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Prager Innenstadt: von der barocken St.-Jacob-Kirche über den Wenzelsplatz zur Lucerna-Passage, ein Architekturdenkmal der frühen Moderne.
Dort hängt unter einer großen Glaskuppel eine Skulptur des international bekannten Künstlers David Cerný, dessen zum Teil provokative Arbeiten überall in der Stadt zu finden sind. Seine Skulptur in der Lucerna-Passage ist eine Parodie auf das Reiterdenkmal des heiligen Wenzel(?)*: ein an allen vieren aufgehängtes Pferd, auf dem ein Ritter sitzt.


Der Spätnachmittag stand uns nun frei zur Verfügung, wir gingen Geldwechseln, Kaffeetrinken, shoppen...

Zum Abendessen trafen wir uns im Hostel wieder.

Zur Freude unserer Lehrer waren wir in der Lage die Gestaltung unseres Abendprogramms selbst in die Hand zu nehmen und die tschechische Hauptstadt bot uns eine Vielzahl an Unterhaltungsmöglichkeiten: Bars, Kneipen, (Jazz)Clubs...

Am nächsten Morgen erwartete uns ein typisches Hostelfrühstück.
Anschließend führte uns unsere Reiseleiterin auf die Prager Burg. Es folgte ein ausgiebiger Rundgang mit allerlei Informationsinput über die Geschichte der Burg und den heiligen Wenzel (?)*.

Wir besichtigten die zahlreichen Gebäude und Sehenswürdigkeiten, unter anderem den von 1344-1929 erbauten gotischen Veitsdom mit seinen kunstvollen Glasfenstern, die von den Künstlern Max Švabinský und Alfons Mucha gestaltet worden waren.
An allen Eingängen der Prager Burg stehen uniformierte Wachen. Zu jeder vollen Stunde vollziehen diese Wachen eine streng choreographierte Wachablöse, vergleichbar mit dem Londoner Wachablöseritual vor dem Buckingham Palace. Der etwas prunkvollere Wachwechsel findet jeden Tag um 12:00 Uhr im Burghof der Prager Burg statt.

Nach der Führung brachen die Sozialwesensschüler zu dem Besuch einer tschechischen Waldorfschule auf, während die halberfrorenen Gestaltungsschüler die Wärme der Ausstellungshallen des Palais Sternberg und der Nationalgalerie aufsuchten.
Diese Hallen zeigen die Kunst des 15. bis 18. Jahrhunderts.

Zurück im Hostel ließen wir den Abend gemeinsam ausklingen.


Am nächsten Tag stand der Besuch des jüdischen Viertels in Josefstadt auf dem Programm.

Am Eingang der im 16. Jahrhundert erbauten Pinkas-Synagoge bekamen alle männlichen Besucher eine kleine blaue Stoffkappe, Kippa, die sie als Zeichen des Respekts aufsetzen mussten.
Die weißenWände der Synagoge waren übersät mit mehr als 80.000 Namen von Opfern des Holocaust.
Ein Stockwerk darüber befand sich ein kleiner Raum mit ausgestellten Kinderzeichnungen, die im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden sind.
Zwischen der Pinkus- und der Klausen-Synagoge liegt Europas bekanntester jüdischer Friedhof. Alte bemooste Grabsteine stehen dort eng beieinander auf einer Anhöhe, unter der geschätzte 100.000 Menschen in 12 Schichten übereinander bestattet wurden.
Nach einigen Ausstellungen zur jüdischen Geschichte, steuerten wir die spanische Synagoge an.
Diese trägt ihren Namen aufgrund der reichen ornamentalen Verzierung im maurischen Stil und wird als Museum und Festsaal genutzt.

Unser nächstes Ziel war die kubistische Architektur in Prag.

Da in der Prager Altstadt die gotischen, barocken und sehr modernen Bauwerke das Stadtbild dominieren ist die kubistische Architektur über die ganze Stadt verteilt.

Aus diesem Grund bestand unser Nachmittagsprogramm darin, die einzelnen Gebäude ausfindig zu machen.

Von der Karlsbrücke aus teilten wir uns für die Gestaltung des letzten Abends in verschiedene Gruppen auf, um letzte Besorgungen zu erledigen, vielleicht noch einmal die Prager Innenstadt zu besichtigen, gemeinsam essen zu gehen und den Abend schön ausklingen zu lassen, bevor es am nächsten Vormittag zurück nach Passau ging.

Insgesamt war die Exkursion sehr bereichernd und inspirierend, jedoch konnten wir aufgrund des intensiven Pflichtprogramms und des kurzen Aufenthalts viele interessante Angebote, die eine Kulturmetropole bietet, nicht wahrnehmen.

 

Laura & Yannick


*)Wenzel von Böhmen (auch Wenzeslaus von Böhmen oder Heiliger Wenzel, tschechisch Svatý Václav); * um 908; † 28. September 929 oder 935 in Stará Boleslav) war ein böhmischer Fürst aus der Dynastie der Přemysliden.Standbild Wenzels im Prager Veitsdom, Parler-Hütte, 14. Jahrhundert. Der Kopf der Statue stimmt mit den tatsächlichen Maßen von Wenzels Schädel überein. Wenzel war Herrscher einer kleinen Region um Prag und zugleich Oberhaupt des böhmischen Stammesverbandes. In seiner kurzen Regierungszeit musste er sich dem ostfränkischen König Heinrich I. unterwerfen. Er hatte auch mit Gegnern aus Reihen der übrigen böhmischen Großen zu kämpfen und wurde schließlich von seinem Bruder Boleslav I. getötet. Noch im 10. Jahrhundert setzte seine Verehrung als Heiliger ein. Er war Hauspatron der Přemysliden und Namensgeber für vier weitere böhmische Herrscher dieses Namens. Im Hochmittelalter wurde er zum böhmischen Landespatron. Tschechien erklärte im Jahr 2000 seinen Todestag am 28. September zum staatlichen Feiertag. Über sein Leben berichten Heiligenlegenden, die als hochrangige Quellen für das frühe 10. Jahrhundert die Aufmerksamkeit der Historiker auf sich ziehen. Diese Schriften finden auch Beachtung in der internationalen Fachwelt, denn sie erlauben es, das „Drama des böhmischen Herzogs Wenzel“[1] in einen breiteren Kontext der Christianisierung und des Streites zwischen geistlicher und weltlicher Macht zu stellen.
(Quelle: Wikipedia)