TERMINE

 

Aufnahmeprüfung Gestaltung Mittwoch,

13. März 2019 

Abitur 2018

 

Nicht nur Schüler, sondern individuelle und ganz eigene Persönlichkeiten

 

19 Absolventen der Montessori-FOS feiern ihr Fachabitur / Schulleiterin Beate Jaursch erzählt, wie ihr die jungen Leute ans Herz wuchsen

 

Sie haben es geschafft. 19 Absolventen der Montessori-Fachoberschule Passau haben im Gasthaus Gaißinger in Haselbach ihr Fachabitur gefeiert. Aus den Händen von Schulleiterin Beate Jaursch erhielten sie ihr Reifezeugnis.

 

Schulchefin Beate Jaursch beglückwünschte die Fachabiturienten vor Eltern, Lehrern, Eltklässlern, Geschwistern und Freunden der Absolventen sowie Aufsichtsrat Erhard Steinhaus, Vorstand Lisa Dombkowski, Rosmarie Hauzenbergerr und Elternsprecherin Bianca Mattern zu ihren Leistungen. Sie erzählte, wie ihr die jungen Leute im Laufe des Schuljahrs ans Herz wuchsen. Sie schilderte die Gelassenheit und tiefenentspannte Ruhe, die die Abiturienten noch umtrieb, als Lehrer und manche Eltern längst in den Abitur- und Prüfungsmodus geschaltet hatten und erste Gespräche mit der Prüfschule liefen. Obwohl das Wort Abitur ab Weihnachten immer äfter fiel, seien die Schüler wie jeder Jahrgang davor noch in Winterschlaftstimmung verharrt. Dennoch habe sie sie „ins Herz geschlossen“ und mit anderen Lehreraugen gesehen. Denn sie seien nicht nur Schüler, sondern individuelle und ganz eigene Persönlichkeiten.  

 

„Diese Schule öffnet Türen, aber schreibt nicht vor, durch welche du gehen sollst“, zitierte Jaursch den ehemaligen Schüler Martin Zelenka. Jede und jeder könne seine eigene Geschichte schreiben, ohne dass die Schule das Drehbuch vorgibt. Allzu oft könnten Lehrer die Persönlichkeit ihrer Schüler nicht so deutlich sehen, weil sie verdeckt werde von ausgetrockneten Müslischalen oder Bergen von Leergut. Zu oft beschleiche Lehrer und Eltern das Gefühl, dass die Tür, durch die die Schüler gehen wollten, von ihnen nicht geöffnet werden kann, weil der dauernde Blick aufs Handy, das dauernde Tippen und Wischen es unmöglich mache, irgendeine Tür auch nur zu sehen. Lehrer seien sich auch sicher, dass sich bei ihnen keine Drehbuchtür öffnet, wenn sie vor dem schier unstillbaren Verlangen der Schüler, sich auszutauschen und zu ratschen, stehen.

 

Was Lehrkräfte vordergründig sehen und was sich bei den Schüler „hintergründig“ entwickelt, was sie sehen, hören, aufschnappen, seien verschiedene Dinge, sagte Jaursch. Es sei ihr dennoch in dem letzten gefühlsduseligen Dezember gelungen, die wunderbaren Eigenschaften der Schüler wahrzunehmen, ihre Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Höflichkeit, ihre Vernunft, ihren Hmor, Witz und Eigensinn, ihre Rebellion und Wut, auch einen Teil ihrer Ängste und Unsicherheiten.

 

Es sei für sie berührend gewesen, zu sehen, wie sie sich mit offenem Blick, freundlichem Lächeln und Vertrauen unbekannten Prüfern öffneten, mutig und selbstbewusst ihr Wissen präsentierten, schilderte Jaursch. Eine Absolventin habe dem Prüfungskomitee sogar mit montessorianischem Du einen schönen Tag gewünscht und damit Respekt vor dem Gegenüber, aber keine Angst gezeigt. Sie wünschte den Scheidenden, so freundlich, selbstbewusst, hilfsbereit, eigensinnig, humorvoll und nachhakend zu bleiben und weiter Vertrauen in ihr Können, ihren Verstand und ihr Herz zu haben.  

  

Jaursch würdigte die vielen Unterstützer, den ehrenamtlichen Aufsichtsrat, den Vorstand, die Eltern und das Kollegium, das trotz einer Doppelbelastung aus mehreren Arbeitsstellen mit Einsatz, Kraft und Kompetenz sowie Aufmunterungen zur Seite stehe. Besonders hob sie Anna Gniffke-Dura hervor, die sich in die Aufgabenbereiche der Schulleitung einarbeite.

 

Aufsichtsrat Erhard Steinhaus gratulierte ebenfalls. Er riet den Absolventen, zielgenaue Entscheidungen zu treffen und weiterhin selbständig zu lernen. Dies sei eine Besonderheit der Montessorischule und mache den Unterschied zu anderen Schulen. Er wünschte alles Gute, viel Erfolg und Zufriedenheit. Diese sei das höchste Gut.

 

Elternsprecherin Bianca Mattern gab den Abiturienten „warme Worte“ und Werte für die Zukunft aus ihrem eigenen Drehbuch des Lebens mit auf den Weg. Sie betonte das Durchhaltevermögen und zeigte an Beispielen aus ihrem Leben, wie ihrem Projekt „Montessori für Senioren“ auf, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben. Manchmal schaffe man etwas nicht gleich beim ersten Versuch. Es lohne sich aber, es erneut zu versuchen. „Seid mutig“, sagte sie den jungen Leuten und wünschte ihnen, ihren Weg zu finden. Sie lobte das Engagement, die Geduld, den Sachverstand und das große Herz von Jaursch.

 

„Wir sind nicht dafür gemacht, ins System zu passen oder perfekt zu sein. Wir sind Querdenker“, fanden die Fachabiturientinnen Ylvie Fuchs und Franka Pastovic. Montessori bedeute für sie die Freiheit, sich persönlich zu entfalten und sich auf andere einzulassen. Die Schulzeit sei schwer gewesen. Sie entwickelten sich aber zu gesellschaftsfähigen Individuen. Sie lernten nicht nur nach dem gleichen Lehrplan wie die Schüler an staatlichen Schulen, sondern darüber hinaus auch praktische Dinge. Sie trugen Klischees über die Montessorischule, lustige Begebenheiten aus dem Unterricht und Lehrersprüche vor, dankten den Lehrern mit Geschenken, den Elftklässlern und der Klasse für die großartige Zeit.

 

Bild und Text von Theresia Wildfeuer