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Aufnahmeprüfung Gestaltung Mittwoch,

13. März 2019 

Körper und Geist, Schönheit und Verfall

Die Abiturienten der Montessori-Fachoberschule zeigen kreative und beeindruckende Arbeiten in der Donaupassage. Stadträtin Sissi Geyer (rechts) und Schulleiterin Beate Jaursch (4.v.r. vorne) beglückwünschten sie dazu. - Foto: Wildfeuer

Abiturienten der Montessori-FOS zeigen Gegensätze 

 

Zeichnung, Radierung, Malerei, Skulptur, Fotografie oder textile Kunst – eine beeindruckende Vielfalt an kreativen Arbeiten zeigen die Abiturienten des Zweigs „Gestaltung“ der Montessori-FOS in ihrer Ausstellung unter dem Titel „Irgendwann“, die in den oberen Räumen der Donaupassage zu sehen ist. Die 14 Schüler präsentierten auf 300 Quadratmeter Ausstellungsfläche rund 150 Exponate in mehr als 20 verschiedenen Techniken. Sie thematisieren Gegensätze von Vergangenheit und Zukunft, Jung und Alt, Gut und Böse.

 

Laura Brunnhuber prangert das Schönheitsideal der heutigen Gesellschaft an. Ein fülliges, aber selbstbewusstes junges Mädchen mutiert zum abgemagerten, gekrümmten Etwas, das unglücklich in einer Ecke sitzt. Kontraste wie Arm und Reich, Realität und Fiktion hält Sophia Hopf in ihren Zeichnungen fest, zum Beispiel mit einem sorgenvollen und verträumten Blick in die Zukunft. Lena Ranzingers Aquarell erzählt von einem Papagei, der für Erdverbundenheit und Freiheit steht und ihrem Wunsch, irgendwann nach dem Abi auf Reisen zu gehen. „Loslassen“ möchte auch Judith Seil, zum Beispiel wie die Blätter eines gut verwurzelten Baums im Herbstwind. Kraft und Stärke drückt auch ihre eindrucksvolle Skulptur „Spirit“ aus. Ein Selbstporträt als alte Frau mit verschieden alternden Gesichtern präsentiert Mohini Hanuschik.

 

Herrliche romantische Pilze aus Pappmachè kreierte Vanessa Schön, die auch „Pfade“ ihrer Kindheit mit textiler Kunst oder Bildern historischer Persönlichkeiten zum Ausdruck bringt, gemeinsam mit Laura Brunnhuber und Julian Reischl. Anna Hoppa stellt in einer Reihe aus 18 Bleistiftzeichnungen Jugendkulturen vor.

 

Die Schönheit „verlorener Orte“ drückt Valentin Lindinger in faszinierenden Fotografien von verfallenen Höfen, verlassenen Ställen oder einem einsturzgefährdeten Gewölbe aus. Markus Griebl setzt sich in seinen Radierungen mit dem „Schlüssel zum Erfolg“ auseinander: Er frönt auch dem Pointillismus und zeigt mit „Wachstum“, wie viele Punkte ein Ganzes ergeben.

 

Jonas Kaiser bevorzugt ebenfalls die Punktetechnik und lässt damit Landschaften entstehen. Ausdrucksstark sind seine Plastiken „corpo et spirito – Körper und Geist“ in Form von jeweils einem hellen und einem dunklen Elefantenstoßzahn aus Keramik, die sich kreuzen. „Kain/Abel“ heißen zwei Bilder von Moriz Datzmann, der Ta?ter und Opfer, Böse und Gut, Verrückt-Manisches und Schüchtern-Blasses zum Ausdruck bringt. Zum Nachdenken und Interpretieren regt auch Nikolai Rohmert an: „Die Rückkehr“ heißt ein Bild mit einem halb dargestellten Soldaten. Ein Teil seiner Person blieb im Krieg. Das Wachstum einer Pflanze inspirierte Phillip Clarke zur „Doppelhelix einer DNA“. Julian Reischl lässt Pizzakäse zerfließen und die Lettern „Graffiti Love“ formen. Er stellt Radierungen, Linoldruck und Aquarell aus.

 

„Irgendwann“ sei ein Begriff, unter dem sich jede und jeder etwas anderes vorstellt, sagte Valentin Lindinger vor 150 Vernissage-Gästen. Die Schüler setzten ihn ganz unterschiedlich um. Ihre Arbeiten zeigten wie vielfältig interpretierbar das Thema ist.

 

Die 14 Absolventen seien selbst verwundert, dass sie „nebenbei“, zusätzlich zum Lernen für das Abitur, noch eine Kunstausstellung auf die Beine stellen konnten, sagte Valentin Lindinger. Schon bei der ersten Zwischenpräsentation zeigten die Schüler große gestalterische Qualität, hohes künstlerisches Niveau und viele ungewöhnliche, reizvolle Ideen, betonte Schulchefin Beate Jaursch. Sie habe bei den jungen Leuten eine „explosionsartige intensive Schaffensphase“ erlebt.

 

„Die Ausstellung ist echt toll“, schwärmte Stadträtin Sissi Geyer und wünschte den jungen Leuten alles Gute fürs Abi. Diese organisierten die Veranstaltung von der Idee, über Motto und Zahl der Ausstellungsstücke bis hin zu Werbung und Catering selbst, lobte Michaela Brunner vom Montessori-Vorstand. Es sei ein Projekt der Schüler und damit typisch für Montessori. Theresia Wildfeuer